Wir stellen vor: Sabine Mohr, Hauswirtschaftskraft
Manchmal kennt man einen Namen, manchmal auch das Gesicht und in der MiA kann man auch etwas mehr erfahren, aber wer sind eigentlich die MUTABOR-Menschen? Immer wieder einmal werden wir euch eine*n "Mutabor-Menschen" vorstellen.
Heute ist es Sabine Mohr, Hauswirtschaftskraft in Nister
Anlässlich ihres 10 jährigen Jubiläums bei MUTABOR, haben wir ein Interview mit Sabine geführt.
Liebe Sabine, herzlichen Glückwunsch zu 10 Jahren in Nister und bei MUTABOR!
Kannst Du Dich und Deine aktuelle Tätigkeit bitte kurz vorstellen?
Mein Name ist Sabine Mohr, ich bin 54 Jahre alt und arbeite seit zehn Jahren als Hauswirtschaftskraft bei MUTABOR in Nister.
Wie bist Du zu MUTABOR gekommen und wie waren Deine Anfänge?
Ich bin damals auf MUTABOR aufmerksam geworden und fand die Arbeit in der Hauswirtschaft mit minderjährigen Flüchtlingen in Nister sofort sehr interessant. Ich hatte mir eine Aufgabe gewünscht, die Sinn hat. Ich wollte etwas tun, das anderen hilft, und ich wollte etwas bewirken.
Meine Anfänge waren spannend und auch ein bisschen herausfordernd, aber ich wurde sehr herzlich aufgenommen und habe mich schnell wohlgefühlt.
Besonders prägend war für mich, dass ich beim Aufbau und Einrichten in Nister von Anfang an dabei war. Ich habe miterlebt, wie aus leeren Räumen ein Zuhause für Jugendliche entstanden ist und ich konnte mit meiner Arbeit direkt dazu beitragen, dass sich junge Menschen gut aufgehoben fühlen. Diese Anfangszeit hat mir gezeigt, wie wichtig Struktur, Verlässlichkeit und ein warmes Umfeld sind. Heute hat sich mein Arbeitsumfeld weiter professionalisiert, wir kochen inzwischen nach den Richtlinien der DGE (dt. Gesellschaft für Ernährung), was bedeutet, dass wir noch stärker auf ausgewogene Ernährung, Qualität und gesundheitliche Aspekte achten, soweit es im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten machbar ist.
Das bringt mehr Planung, mehr Fachlichkeit und mehr Verantwortung mit sich – aber es macht mir auch Freude, weil ich weiß, dass wir den Kindern damit etwas wirklich Gutes tun.
Was sind deine täglichen Aufgaben und Herausforderungen? Wie sieht ein Arbeitstag bei dir gewöhnlich aus?
Mein Arbeitsalltag ist sehr abwechslungsreich. Ich kümmere mich um die Mahlzeiten, plane und erledige die Einkäufe, organisiere die häusliche Hygiene, reinige die Wohnbereiche und habe in den Ferien die Möglichkeit, interessierten Kindern in hauswirtschaftliche Tätigkeiten einzuführen.
Zu meinen täglichen Herausforderungen gehören vor allem die hohen Hygienestandards, die auch bei Trubel zuverlässig eingehalten werden müssen. Die Arbeit mit Kindern erfordert viel Flexibilität - denn Abläufe ändern sich schnell. Eine gute Kommunikation im Team ist entscheidend, damit pädagogische Prozesse und hauswirtschaftliche Aufgaben gut ineinandergreifen. Insgesamt braucht es eine Mischung aus Fachlichkeit, Ruhe, Organisationstalent und Flexibilität.
Am allerwichtigsten ist mir, dass ich für die Kinder da bin. Oft sind es die kleinen Dinge: ein kurzer Austausch, ein offenes Ohr oder gemeinsam ihr Lieblingsessen zuzubereiten.
Was schätzt du an deiner Arbeit?
Ich schätze vor allem den Kontakt zu den Kindern. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass man ihnen durch die eigene Arbeit ein Stück Alltag, Struktur, Geborgenheit und ein Zuhause geben kann.
Besonders wichtig ist mir auch die gute Zusammenarbeit im Team. Ich schätze die Unterstützung und den offenen Austausch mit meiner Kollegin aus der Hauswirtschaft Hilde und unserem Hausmeister Peter im Haus sehr. Wir arbeiten Hand in Hand, was den Alltag deutlich erleichtert. Gleichzeitig erlebe ich auch die Zusammenarbeit mit dem gesamten Team, mit Lara, der Hauswirtschaftskraft Beate in Hamm und der Verwaltung in Eitorf als sehr wertschätzend und konstruktiv. Diese gute Teamkultur motiviert mich und trägt dazu bei, dass wir gemeinsam stabile Strukturen für die Kinder schaffen.
Welche persönlichen Eigenschaften helfen dir bei deiner Arbeit?
Geduld, Zuverlässigkeit, körperliche Belastbarkeit und Einfühlungsvermögen sind in meinem Beruf sehr wichtig. Außerdem helfen mir meine fachlichen Kenntnisse, Organisationstalent und Flexibilität, da kein Tag dem anderen gleicht.
Wie hat sich dein Arbeitsalltag in den letzten zehn Jahren verändert?
In den letzten zehn Jahren hat sich mein Arbeitsalltag deutlich verändert. Die Anforderungen sind insgesamt gestiegen: Hygienevorgaben sind strenger geworden, und es gibt mehr Dokumentation und klare Standards, die eingehalten werden müssen. Gleichzeitig hat sich der Alltag mit den Kindern verändert, die minderjährigen Flüchtlinge sind ausgezogen und heute betreuen wir Kinder im Alter von 4 – 14 Jahren – viele Situationen sind komplexer geworden, und dadurch brauche ich heute noch mehr Flexibilität und fachliche Kenntnisse, um gut reagieren zu können. Auch die Zusammenarbeit im Team ist intensiver geworden, weil pädagogische und hauswirtschaftliche Abläufe enger verzahnt sind. Planung, Organisation und Einkäufe müssen heute viel genauer abgestimmt werden, damit alles reibungslos läuft. Insgesamt ist die Arbeit anspruchsvoller geworden, aber auch professioneller – und ich habe mich fachlich wie persönlich weiterentwickelt.
Auf welche besonderen Ereignisse oder Momente schaust du zurück?
Wenn ich zurückblicke, gibt es einige besondere Ereignisse, die mir am Herzen liegen. Sehr schön war z. B. unsere Adventsfrühstück mit dem Team der Hauswirtschaftskräfte. Die gemeinsame Zeit in der Vorweihnachtszeit hat uns als Team noch enger zusammengeschweißt und gezeigt, wie wertschätzend wir miteinander umgehen.
Auch die alljährliche Weihnachtsfeier gemeinsam mit den Hauswirtschaftskräften von Hamm ist etwas Schönes. Ein Moment, in dem wir alle einmal durchatmen, lachen und das Jahr gemeinsam ausklingen lassen konnten.
Besonders berührend ist für mich jedes Jahr die Weihnachtszeit im Haus mit den Kindern. Die Vorfreude, das gemeinsam Dekorieren, Plätzchen backen, Geschenke basteln, kleine Rituale schaffen eine warme, familiäre Atmosphäre. Und es sind oft die kleinen Momente im Alltag, die mir in Erinnerung bleiben: wenn Kinder Vertrauen zu mir aufbauen, mit mir kochen, sich mir öffnen oder einfach glücklich sind. Diese Momente bedeuten mir sehr viel.
Seit 2023 arbeiten wir mit dem neuen Leitbild „Glück”. Wie ist deine Haltung dazu? Was macht dich im Berufsalltag glücklich?
Ich finde das Leitbild „Glück” sehr passend. Für mich bedeutet Glück im Arbeitsalltag vor allem, dass sich die Kinder wohlfühlen, lachen, gerne zusammen sind und ein Zuhause bei uns finden. Auch ein gutes Miteinander im Hauswirtschaftsteam und im Kollegenkreis trägt wesentlich dazu bei.
Wenn ich heute zurückblicke, kann ich sagen: Diese Arbeit ist für mich nicht einfach nur ein Beruf, sondern eine Herzensangelegenheit geworden.
Ein Gericht, das bei den Kindern immer gut ankommt, ist zum Beispiel ein pikanter Bauerntopf mit Kartoffeln und zum Nachtisch Milchreis mit Kirschen. Das wird gerne gegessen und sorgt immer für gute Stimmung am Tisch.
Vielen lieben Dank für das Gespräch, Sabine, wir freuen uns, dass Du bei uns bist!
